Berufen zur Priesterschaft

Berufen zur Priesterschaft

Auch heute steht das Thema „Missionsbefehl“ bzw. „Sendungsauftrag“ wieder im Fokus der Aufmerksamkeit…

Freitag, 1. November 2019

Gerade komme ich vom Gottesdienst der Agape-Gemeinschaft in München-Laim zurück. Da heute Feiertag ist, habe ich die Gelegenheit genutzt, mich dort wieder einmal blicken zu lassen. Der dortige neue Pastor Andreas, der auch bei der Straßenaktion mit dabei war und der uns vorletzten Dienstag im Agape-Hauskreis besucht hatte, um seine neuen „Schäfchen“ besser kennenzulernen, bringt derzeit eine Predigt-Reihe unter der Überschrift „Schritte des Glaubens“, was auch dem Thema des „Schritte-Wochenendes“ (Schritte im Glauben und in der Heilung) Anfang Dezember entspricht, zu dem ich mich angemeldet habe. Sein heutiges Predigt-Thema passte zufällig genau zu dem aktuellen Thema unseres hiesigen Hauskreises, dem Missionsbefehl bzw. Sendungsauftrag. Dazu führte Andreas u.a. folgende Punkte auf:

Lass dich von Gott berufen und erkenne, wozu dein Leben gedacht ist:

  1. Berufen zur Kindschaft = Nähe und Zugehörigkeit
  2. Berufen zur Herrschaft = Autorität und Verantwortung
  3. Berufen zur Priesterschaft = Vermittlung und Dienst
  4. Berufen zur Jüngerschaft = Wachstum und Entwicklung
  5. Berufen zur Hingabe = Nachfolge und Opfer

Beim 3. Punkt, der Berufung zur Priesterschaft, geht es darum, zwischen Menschen und Gott zu vermitteln, also über Gott zu reden, für Menschen zu beten und Gott Wunder tun zu lassen, Hoffnung in das Leben der Menschen zu bringen.

Jeder Christ sollte seine ganz individuelle Berufung kennen, und das muss Gott uns ganz persönlich sagen. Dabei hilft uns der Heilige Geist, der zu uns redet durch das Wort (die Bibel), im Gebet, in der Gemeinschaft (Gottesdienst, Hauskreis) durch andere Menschen, oder durch eine intensivere Auseinandersetzung wie Seelsorge, Coaching, Mentoring, Schulungen, Gabenkurs, Workshops usw.

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Am Ende des Gottesdienstes stehen immer Gebetsteams bereit, zu denen man gehen kann, wenn man in einer speziellen Angelegenheit für sich beten lassen möchte. Etwas Spezielles fiel mir gerade nicht ein, aber dann kam Armin nach vorne und sagte, er hätte den Eindruck, dass es hier Menschen gäbe, denen noch die Erfahrung der Freude Gottes fehlen würde, und dass auch dafür gebetet werden könne. Armin hatte beim letzten Alphakurs als einer der Leiter an unserem Tisch gesessen, daher kenne ich ihn, und da ich mich durch seinen wiedergegebenen Eindruck angesprochen fühlte, ging ich zu ihm und seiner „Teampartnerin“ nach vorne, um für mich beten zu lassen. Ich sagte in etwa, dass ich mich erst Ende 2018 bekehrt und Jesus mein Leben gegeben hätte, weil ich eine Sehnsucht nach Gott hätte, aber seine Liebe, seinen Frieden und seine Freude, von denen immer die Rede ist, hätte ich bis jetzt noch nicht erlebt. Und wie soll man anderen Menschen dies vermitteln, wenn man es selbst noch nicht erfahren hat? Ich sagte, ich glaube, dass mir da wohl noch etwas fehlt. „Was ganz Wesentliches“, bestätigte Armin und meinte, dass man Gott darum bitten kann. Das tue ich natürlich jeden Tag. Um ehrlich zu sein, ist es eigentlich genau das, was mich vor knapp einem Jahr zu Gott „getrieben“ hat, und wonach ich – immer noch – suche. Ich verstehe nicht, warum mir diese Erfahrung bisher verwehrt bleibt, zumal ich ja eigentlich weiß, dass Gott nicht „knausrig“ ist, sondern – im Gegenteil – alle Menschen mit seiner grenzenlosen Liebe, seinem unbegreiflichen Frieden und seiner unbeschreiblichen Freude nur so „überschütten“ will (so wie es in einem der Lobpreislieder heute auch hieß). Armin meinte, dass das auch bei ihm ein längerer Prozess gewesen sei, dass es manchmal nur kurze Augenblicke gewesen seien, in denen er die Gegenwart Gottes wahrgenommen hätte, die er heute aber jeden Tag spürt. Das lässt mich hoffen…

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist;
– Römer 14,17 (Schlachter 2000) –

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
– Gal 5,22 (Schlachter 2000) –

Es mag sein, dass vorstehende Zeilen auf manche Leser dieses Blogs vielleicht etwas entmutigend wirken oder sie in ihrer Ansicht bestätigen, dass Gott eben doch nur Wunschdenken sei. Aber wie auf der Seite „Über diese Website“ geschrieben, habe ich auch nicht vor, hier irgend etwas zu beschönigen, sondern „Klartext“ zu schreiben in der Hoffnung, dass meine Worte auch dann ernstgenommen werden und dann vielleicht doch ermutigend für andere sind, wenn (falls) ich vielleicht doch einmal etwas Tolles oder „Außergewöhnliches“ mit Gott erlebe, worüber ich dann genauso wahrheitsgemäß berichten werde.

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Das Thema Mission poppte auch beim Verlassen der Kirche noch einmal auf, und zwar in Form der Zeitschrift „EiNS – Das Magazin der Deutschen Evangelischen Allianz“, Ausgabe 3/2019, die dort zur kostenlosen Mitnahme auslag und deren Titelthema lautete: „Mission – Den Glauben teilen“. Sollte ich dies etwa als ein „Reden Gottes“ an mich auffassen?

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