Welcher Weg?

Welcher Weg?

Ich habe keine Ahnung, wo mich mein Weg mit Gott hinführen wird – ob in eine Freikirche oder in die Kontemplation oder ganz woanders.

Samstag, 23. Februar 2019

Zweimal war ich bisher in einem freikirchlichen Gottesdienst – einmal Anfang Januar bei der Gemeinde „Quelltor“ in Feldkirchen, und gestern (Freitag) abend bei der Agape-Gemeinschaft München in Laim, die auch den Alphakurs veranstaltet, an dem ich seit dem 11.2. teilnehme. Ich glaube, solche Gottesdienste sind nichts für mich – zumidest noch nicht. Vor allem das „Lobpreis-Singen“ ist nicht so „meins“. Zum einen bin ich kein extrovertierter Typ und kann daher sowieso nicht gut „aus mir herausgehen“, und es ist mir auch alles viel zu laut. Vor allem aber kann ich die Freude und die Dankbarkeit, die darin zum Ausdruck kommen soll, nicht so nachempfinden. Die anderen Teilnehmer gehen dabei richtig mit, es scheint sie emotional zu ergreifen. Offenbar haben sie Erfahrungen – mit Gott oder Jesus – die mir fehlen. Jeder betont ja immer, wie wichtig eine lebendige, persönliche Beziehung zu Jesus ist, was ich absolut nachvollziehen kann, denn ein Glaube, der rein im Kopf existiert, was soll der wert sein? Wenn ich an stillen Momenten an Gott und meine Sehnsucht nach ihm denke, ist mir jedoch überhaupt nicht nach Freude zumute – eher im Gegenteil macht es mich unendlich traurig, ihn nicht spüren und wahrnehmen zu können. Es fühlt sich an wie Liebeskummer, wie eine Wunde, die nicht verheilen will; die sich zwar nicht ständig bemerkbar macht, die aber immer wieder mal aufreißt, vor allem, wenn ich mich nicht mit äußeren Dingen ablenke – was ich ja lange genug gemacht habe – oder wenn ich sowas lese oder höre wie „Gott sehnt sich nach uns“ und „Gott will sich von uns finden lassen“, etc. – ja, warum versteckt er sich dann vor mir?

Vielleicht ist der kontemplative Weg ja doch der richtige für mich. In freikirchlichen Kreisen wird dies zwar meist abgelehnt, da jede Art von Meditation oder Übung, die den Geist leeren soll, als Einfallstor für böse Mächte betrachtet wird. Dennoch war ich erstaunt, heute in einem Vortrag von Rainer Harter vom „Gebetshaus Freiburg“ den Hinweis auf das Buch „Die Wolke des Nichtwissens“ aus dem 16. Jahrhundert zu hören. Ich habe daher keine Ahnung, wo mich mein Weg mit Gott hinführen wird – ob in eine Freikirche oder in die Kontemplation oder ganz woanders.

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