Besuch in einem Healing Room

Besuch in einem Healing Room

Kann nur Gott Träume deuten? Und: Erstmaliger Besuch eines freikirchlichen Gottesdienstes und eines Healing Rooms.

Montag, 7. Januar 2019

Traumdeutung

Im Livenet-Forum kam zu meinem Traum vom 23.12. die Diskussion auf, ob nicht Gott der Einzige ist, der Träume deuten konnte. Belegt wurde das mit Bibelversen, mit denen einige Evangelikale ständig um sich werfen. Letztlich bin ich aber kein evangelikaler Christ und fühle mich daher auch nicht sklavisch an die Buchstaben gebunden. Ich denke, wenn Gott zu uns in Träumen spricht, um uns Führung für unser Leben zu geben, dann doch wohl so, dass wir die benutzten Symbole auch interpretieren können. Was hätten symbolische Träume sonst für einen Sinn, wenn wir nicht in der Lage wären, deren Bezug zu unserem Leben zu verstehen? Hierzu gibt es sogar auf jesus.ch – der Website, zu der auch das Livenet-Forum gehört – zwei aufschlussreiche Artikel:

Erstmaliger Besuch eines freikirchlichen Gottesdienstes

Sonntag nachmittag (gestern) war ich beim Gottesdienst von Quelltor, einer kleinen Gemeinde in meiner Nähe, die zur Zeit keine eigenen Räumlichkeiten haben und sich vorübergehend in einer evangelischen Kirche treffen. (Interessanterweise liegen die beiden nächstgelegenen Freikirchen genau entlang der Buslinie, mit der ich jeden Tag zur Arbeit fahre – wenn das mal kein „Wink mit dem Zaunpfahl“ ist…) Die Predigt wurde von dem Pastoren-Ehepaar gemeinsam gehalten und war schon sehr inspirierend, auch konnte ich einige schöne Gespräche führen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das etwas für mich ist. Ich glaube, ich sollte meine persönliche Beziehung zu Jesus Christus erst noch etwas mehr festigen und stärker im Glauben werden, ehe ich in so eine Gemeinde passe. Immerhin wurde mir bestätigt, dass „Healing Rooms“ eine gute Sache seien.

Besuch des Healing Room München

Heute abend habe ich dann den Healing Room München besucht. Mich begeistert daran vor allem der Gedanke, dass Gott auch heute noch Zeichen und Wunder tut, um die Menschen zum Glauben zu führen. In erster Linie geht es mir darum, meinen eigenen Glauben zu stärken, denn ich habe Gott zwar in meinem Herzen, aber mein Verstand spielt da noch nicht so ganz mit. Deshalb wünsche ich mir ein Zeichen von Gott. Heil zu werden an Körper, Geist und Seele ist natürlich auch mein Wunsch. Außerdem würde ich irgendwann vielleicht auch gern für Heilsuchende beten, wenn mein Glaube dafür stark genug ist.

Als ich vor dem Healing Room ankam, wartete schon eine Frau (Mia) vor der Tür, die ebenfalls das erste Mal dort war. Und sie war ebenfalls gestern das erste Mal in einer freikirchlichen Gemeinde – in Giesing. Als die Tür um kurz nach 18 Uhr geöffnet wurde (die Mitarbeiter mussten sich noch vorbereiten mit Gebet und Lobpreis-Gesang), nahmen wir auf Stühlen im Wartebereich Platz, und die erstmaligen Besucher füllten einen Fragebogen mit persönlichen Angaben und den Anliegen aus. Ich gab neben meiner allgemeinen Motivation (wie oben beschrieben) exemplarisch 5 „Zipperlein“ an. Ich war mir allerdings nicht ganz sicher, ob es nicht besser wäre, statt die Symptome einzeln anzugeben, einfach zu sagen: „Ich möchte gesund sein!“ und es dann Gott zu überlassen, was er tun will, denn schließlich kennt er mich besser als ich selbst. Als ich aufgerufen wurde und in den Gebetsraum ging, empfingen mich dort zwei Beter, Jan und Andrea. Nach einer kurzen Einweisung zum Prozedere wurde ich gesalbt, und zwar jeweils in Form eines kleinen Kreuzes in die Innenseite der linken Hand für den „Vater“, dann die rechte Hand-Innenseite für den „Sohn“ Jesus Christus, der durch seinen Tod am Kreuz nicht nur meine Sünden getilgt hat, sondern Heilung aller Krankheiten bewirkt hat, und zum dritten ein Kreuz auf die Stirn für den „Heiligen Geist“. Danach teilten sie mir zwei Eindrücke in Form von Bibelversen bzw. -zitaten mit, die sie zuvor speziell für mich während eines „hörenden Gebets“ erhalten hatten. Der von Andrea lautete: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Andrea sagte dazu, der Vers soll mich entspannen und Druck von mir nehmen. Der Satz von Jan lautete: „Fürchte dich nicht …“ Jan sagte dazu, dass dieser Satz häufig zu Beginn von Engeln gesagt wird, weil diese in ihrer Erscheinung auf den Betreffenden zunächst schon ziemlich groß und einschüchternd wirken können. Er soll mich vorbereiten, damit ich mich nicht erschrecke, falls tatsächlich etwas Übernatürliches geschieht. (Interessanterweise hatte ich genau diese Aussage zu dem Satz „Fürchte dich nicht“ erst vor kurzem irgendwo im Internet gelesen. Früher hätte ich gesagt: „Synchronizität!“ Heute sage ich: „Ein Wink Gottes?“ Dann fragte Andrea mich, wie ich zu Jesus stehe, und ich antwortete, dass ich mich erst vor einigen Tagen entschieden hätte ihm nachzufolgen. Jan fragte mich, ob er mit mir das Übergabegebet nochmal sprechen dürfe, und ich bejahte. Danach meinte er: „Du bist jetzt ein Kind Gottes.“ Echt? So einfach? Ich hatte das Gebet ja auch selbst schon einige Male gesprochen, war mir aber nie ganz sicher, ob es tatsächlich „funktioniert“ hat. Bis auf letzten Donnerstag, da hatte ich dann schon den Eindruck, dass es „gezündet“ hat (siehe Eintrag vom 06.01.2019). Nun gut, dann sei es jetzt so! Anschließend beteten die Beiden für meine „Zipperlein“ und auch dafür, dass ich die Stimme Gottes und des Heiligen Geistes wahrnehmen kann, und sagte mir auch, dass ich jetzt die Vollmacht habe, im Namen Jesu Christi zu wirken, z.B. Krankheiten „auszutreiben“. Ich brauche dabei nicht erst Gott oder Jesus zu bitten, die Krankheit wegzunehmen, sondern selbstbewusst zu sagen (als Beispiel): „Im Namen Jesu Christi: Weiche!“ Ich bekam dann noch zwei Faltblätter mit – „Der Liebesbrief des Vaters“ mit aufbauenden Bibelversen, und „Bibelworte, die Ihnen helfen, heil zu werden … und heil zu bleiben“. Ach ja, und ich sei auch geschützt vor Angriffen der „andern Seite“. Auf meine Nachfrage, was das genau bedeutet, antwortete Jan, dass ja „die andere Seite“ (also Satan und sein Gefolge) nicht gerade erfreut ist, wenn sich jemand zu Jesus Christus bekennt und ihm nachfolgt, und man daher mit Angriffen rechnen müsse. In der Tat hatte ich auch letzte Nacht einen seltsamen Traum, von dem ich das Gefühl hatte, dass er diesmal nicht von Gott, sondern von der „anderen Seite“ kam. Darin ging es Entführung, Verfolgung, Gewalt, Angst und Hass. Subjektiv dauerte der Traum ungewöhnlich lange (ca. halbe Stunde) und war auch ungewöhnlich intensiv. Zum Schluss fühlte ich mich regelrecht „ausgepowert“ und hatte keine Lust mehr auf dieses „Spiel“. Nachdem ich schließlich erwachte, erinnerte ich mich an Jesus und fragte mich, warum ich nicht schon im Traum darauf gekommen war, mich an ihn zu wenden, um dem Spuk ein Ende zu bereiten und die Szenerie in Liebe und Vergebung zu verwandeln. Aber offenbar ist man im Traum „ein ganz Anderer“ – man identifiziert mit mehr mit dem „Traum-Ich“ als mit dem „Wach-Ich“. Wer weiß, was das für ein Traum war, woher er kam, und ob oder was er mich lehren sollte – vielleicht erschließt sich mir die Bedeutung ja noch. Ein Gedanke, der mir auch kam, war: Kann es evtl. sein, dass „die andere Seite“ (also der postulierte Gegenspieler Gottes) merkt, wenn ihm eine Seele zu entgleiten droht und er diese daraufhin drangsaliert, z.B. auch in Form von Träumen? – Und genau das hatte Jan mir nun bestätigt, dass dies vorkommen kann. – Wie auch immer, ich bin gespannt, was sich nun alles ergeben wird. Nach der Verabschiedung von Jan und Andrea wartete ich noch etwas, ob vielleicht Mia noch einmal zurückkäme (sie war vor mir an die Reihe gekommen und in einem anderen Raum), aber anscheinend war sie schon gegangen. Ich nahm dann noch für etwa eine halbe Stunde am Lobpreis-Singen teil, was mir in der kleinen Runde mit Gitarrenbegleitung schonmal besser gefallen hatte als gestern in der Kirche mit viel zu lauter E-Piano-Begleitung. Insgesamt fand ich den Healing Room schon sehr ansprechend. Das Beten und das Aufeinander-Eingehen fand ich sehr schön – besser, als diese laute und (für mein Empfinden) zu „ausgelassene“ Gottesdienst-Atmosphäre gestern, die mir nicht so ganz entsprach, weil ich ja vom Typ her eher still bin.

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