Gott sein Herz ausschütten

Gott sein Herz ausschütten

Nerven wir Gott, wenn wir ihm immer wieder das Gleiche sagen?

Als ich damit begann, mich regelmäßiger mit der Bibel zu befassen, fiel mir auf, dass Gott „Sein Wort“ anscheinend gerne dazu benutzt, um mir Zeichen und konkrete Antworten auf Fragen zu geben. Zum Übersichtsartikel…

Mittwoch, 17. Juni 2020

Meist beginne ich meine morgendliche „Stille Zeit“ mit 2 bis 3 Stücken Lobpreismusik. Heute habe ich zweimal hintereinander das Lied „Alles geb ich her“ von Rainer Harter gehört (und mitgesungen). Dabei fragte ich mich, ob ich Gott nicht langsam damit „nerve“, wenn ich ihm immer wieder das Gleiche sage, nämlich dass ich ihn brauche und ich mich so sehr nach ihm sehne. Die heutigen „Koinzidenzen“ waren anscheinend seine Antwort darauf: Nein, wir dürfen und sollen ihm ruhig unser Herz ausschütten!

Das Motiv „Das Herz / die Seele ausschütten“ begegnete mir heute gleich dreimal innerhalb von 30 Minuten:

6:55 Uhr

Zu Beginn meiner heutigen „Stillen Zeit“ lese ich wie immer das Kalenderblatt vom Vortag:

Das Kalenderblatt beginnt wie üblich mit einem Bibelvers:

Vertraut auf ihn allezeit, o Volk! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht!
– Psalm 62,9 –

Auch im anschließenden Andachtstext kommt immer wieder der Ausdruck „das Herz / die Seele vor Gott ausschütten“ vor.

7:20 Uhr

In der heutigen AT-Lesung meines Bibelleseplans sind die Psalmen 139-141 an der Reihe. Auch hier stoße ich auf eine ähnliche Formulierung:

Darum sind meine Augen auf dich gerichtet, o HERR, [mein] Herr; bei dir suche ich Zuflucht; schütte meine Seele nicht aus!
– Psalm 141,8 (Schlachter 2000) –

Interessanterweise bestehen beide Psalmverse aus jeweils 3 Teilen, die sich einander semantisch zuordnen lassen:

Psalm 62,9Psalm 141,8
Vertraut auf ihn allezeit, o Volk!Darum sind meine Augen auf dich gerichtet, o HERR, [mein] Herr;
Schüttet euer Herz vor ihm aus!schütte meine Seele nicht aus!
Gott ist unsere Zuflucht!bei dir suche ich Zuflucht;

Das fand ich schon seltsam – wie als wenn Gott mir damit nochmal zusätzlich bestätigen wollte, dass diese beiden Verse eine Bedeutung für mich haben…

7:25 Uhr

Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern.
– Psalm 42,5 (Luther 2017) –

(In der Übersetzung „Schlachter 2000“ heißt es hier „meine Seele in mir ausschütten“ statt „ausschütten mein Herz bei mir selbst“.)

Die Verse 2 und 3 dieses Psalms („Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“) bete ich häufiger, so auch heute wieder. Die nachfolgenden Verse sind mir jedoch nicht so geläufig, und so fiel mir erst jetzt auf, dass auch hier die Formulierung „das Herz / die Seele ausschütten“ enthalten ist!

Dreimal kurz hintereinander ist mir nun also dieses Thema begegnet, dass wir Gott unser Herz ausschütten sollen und er sich davon nicht „genervt“ fühlt. 🙂

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