Synchronizitäts-Erlebnisse

Synchronizitäts-Erlebnisse

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Als ich damit begann, mich regelmäßiger mit der Bibel zu befassen, fiel mir auf, dass Gott „Sein Wort“ anscheinend gerne dazu benutzt, um mir Zeichen und konkrete Antworten auf Fragen zu geben. Auch früher habe ich solche „Koinzidenzen“ (oder „sinnvolle Zufälle“) hin und wieder erlebt, allerdings längst nicht in dieser Häufigkeit wie jetzt. In Anlehnung an den Psychiater Carl Gustav Jung bezeichnete ich solche Erlebnisse damals als „Synchronizitäten“. Schon damals hatte ich den Eindruck, dass mir dadurch „irgendjemand“ oder „irgendetwas“ etwas Bestimmtes mitteilen oder auf sich aufmerksam machen wollte. An Gott dachte ich damals nicht, eher an etwas aus einer „höheren Dimension“, die sich meiner direkten Wahrnehmung entzieht. Etwas „Transzendentes“, etwas „außerhalb der Matrix“.

Hier beispielhaft ein Originalzitat von mir von 2004:

Früher habe ich häufig diese „seltsamen Zufälle“ erlebt; in den letzten Jahren hat dies wieder nachgelassen. Es passierte früher bei mir gehäuft in Phasen meines Lebens, in denen ich mich umorientiert habe. Auch zur Zeit bin ich wieder dabei, mich neu zu orientieren. Nach meiner Theorie treten solche „Synchronizitätsphänomene“ immer dann gehäuft auf, wenn man sich – ganz allgemein gesagt – als Individuum in Resonanz zu einem übergeordneten System befindet. Auch in der Physik und in der Radiotechnik bewirkt Resonanz eine gegenseitige Verstärkung und eine Synchronisation periodischer Vorgänge. Selbst erlebte Synchronizitätsphänomene können helfen, das Vertrauen in eine Art von „geistiger Führung“ zu stärken. Je mehr es einem gelingt, sich dieser unsichtbaren „Führung“ anzuvertrauen, umso öfter werden auch solche „seltsamen Zufälle“ auftreten, die sogar ganz konkret dabei helfen können, wichtige Entscheidungen zu treffen oder notwendige Wendungen im Leben herbeizuführen. Gehäuft auftretende Synchronizitätsphänomene können als Anzeichen dafür angesehen werden, daß man sich auf dem „richtigen Weg“ befindet, d.h. auf dem Weg, der durch die eigene Seele oder das „höhere Selbst“ vorgezeichnet ist.

Manche meinen auch, es sei „das Universum“, das auf diese Weise zu uns spricht. Aufgrund meiner Beobachtung, dass sich solche „Koinzidenzen“ bei mir auffällig häufen, seit ich Christ bin, täglich bete und in der Bibel lese, und dass sie meist im Zusammenhang mit dem Wort Gottes (meist in der Bibel, aber auch mit anderen christlichen Texten) stehen, gehe ich davon aus, dass es Gott selbst ist, der auf diese Weise mit mir „kommuniziert“. Vermutlich war er es auch, der schon früher durch meine vermeintlichen „Synchronizitäts-Erlebnisse“ zu mir gesprochen hat, um so auf sich aufmerksam zu machen oder mich so für diese Art der Kommunikation zu sensibilisieren und mich darauf vorzubereiten.

Nachfolgend einige Beispiele solcher erlebten Synchronizitäten oder „sinnvollen Zufälle“:

„Täglich grüßt das Murmeltier“?

28.10.2003, ca. 4:30 Uhr

Ich liege auf der Couch und schalte die TV-Programme durch. Bei VOX läuft ein Kriegsfilm, ich schaue mir kurz im Videotext die Filmbeschreibung an und schalte dann um auf SAT1. Dort sehe ich eine Szene, die in einem italienischen Restaurant stattfindet: Ein Mann erleidet einen Erstickungsanfall, und ein anderer Mann rettet ihm das Leben. Ich denke: Das ist doch „Und täglich grüßt das Murmeltier“, das ich vor einigen Jahren einmal gesehen hatte! Denn ich meine mich zu erinnern, diese Szene von dort zu kennen (bin mir aber nicht sicher). Schalte wieder den Videotext ein und tatsächlich: Es erscheint die Filmbeschreibung zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“, gedreht 1993. „Aha“, denke ich, „habe ich also recht gehabt!“. Als Sendetermin war allerdings der letzte Samstag angegeben. „Wird wohl eine Wiederholung sein.“ Doch im weiteren Verlauf des Films merke ich, daß dies irgendwie doch nicht „Und täglich grüßt das Murmeltier“ sein kann. Ich schalte auf die Videotext-Seite 333, um zu sehen, welcher Film denn tatsächlich gerade läuft, und dort ist auch ein ganz anderer Film angegeben. Die Filmbeschreibung paßt auch zu dem aktuell laufenden Film. „Hmm, da habe ich mich wohl getäuscht…“. Aber seltsam: Wieso glaubte ich, einen anderen Film zu sehen, und beim Einschalten des Videotextes erschien die Filmbeschreibung zu genau diesem Film? Zumal diese Videotext-Seite (313) zufällig noch von dem anderen Film auf VOX her aktiviert gewesen war, die mit SAT1 ja gar nichts zu tun hatte!

„Der Kreislauf des Wassers“

19.12.2004

Am Abend des 19.12.2004 holte ich das alte Tonbandgerät (Grundig TK 120) meiner 1994 verstorbenen Oma hervor, um damit am nächsten Tag acht Tonbänder mit Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren auf den Computer zu überspielen und auf CDs zu brennen.

20.12.2004

Am darauffolgenden Morgen erreichte ich gegen 9:20 Uhr den Bahnsteig der S-Bahn nach München, um zur Arbeit zu fahren. Dort stand eine Gruppe von ca. 10 Kindern, die im Chor Lieder sangen. Dann sagten sie zusammen das Gedicht „Der Kreislauf des Wassers“ auf:

Der Kreislauf des Wassers

Vom Himmel fällt der Regen
und macht die Erde naß,
die Steine auf den Wegen,
die Blumen und das Gras.

Die Sonne macht die Runde
im altgewohnten Lauf
und saugt mit ihrem Munde
das Wasser wieder auf.

Das Wasser steigt zum Himmel
und wallt dort hin und her,
da gibt es ein Gewimmel
von Wolken grau und schwer.

Die Wolken werden nasser
und brechen auseinand‘,
und wieder fällt das Wasser
als Regen auf das Land.

Der Regen fällt ins Freie
und wieder saugt das Licht,
die Wolke wächst aufs Neue
bis daß sie wieder bricht.

So geht des Wassers Weise:
Es fällt, es steigt, es sinkt
in ewig gleichem Kreise,
und alles, alles trinkt.

Sehr originell, dachte ich noch. Und eine willkommene Abwechslung für die wartenden Fahrgäste der S-Bahn, die schließlich – leicht verspätet – eintraf.

Am Abend begann ich dann damit, die einzelnen Tonbänder zu überspielen. Auf dem Band Nr. 4, aufgenommen am 19.10.1975, ist meine Cousine im Alter von 8 Jahren zu hören, wie sie Lieder singt und Gedichte aufsagt. Darunter auch das erst heute morgen gehörte Gedicht „Der Kreislauf des Wassers“! Beim Hören dachte ich noch „Moment, wo hast du das denn vor kurzem noch gehört?“, bis mir das Erlebnis vom Morgen einfiel…

Dieses Gedicht hatte ich zuvor noch nie gehört – zumindest nicht bewußt, denn ich kann mich nicht daran erinnern, es jemals gehört zu haben. Und am 20.12.2004 hörte ich es gleich zweimal im Abstand von weniger als 16 Stunden zu völlig verschiedenen und voneinander unabhängigen Gelegenheiten – einmal „live“ und ein anderes Mal auf einer 29 Jahre alten Tonbandaufnahme. Zufall? Synchronizität?

Die „Poincare“-Synchronizität

23.08.2006

Morgens auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn las ich in einer dort gefundenen Zeitung von dem russischen Mathematiker, der einen Preis von 1 Million Dollar abgelehnt hat, den er für den Beweis der sog. „Poincaré-Vermutung“ (noch nie vorher gehört, diesen Begriff) erhalten sollte (siehe dazu auch den Spiegel-Online-Artikel Einsiedler verschmäht Mathe-Medaille).

Kurz darauf im Büro angekommen, checkte ich gleich meine Mails. Darunter war eine Mail von M., in der sie mich entsetzt fragte, wie denn mein Artikel „Hypothesen zur Entstehung des Tonbandstimmen-Phänomens“ auf die Website www.poincare.de käme, bei der es sich offensichtlich um eine Satanisten-Website handele.

(Tatsächlich hatte mich vor ein paar Jahren mal jemand gefragt, ob er meinen Artikel auf seiner Homepage veröffentlichen darf, auf der es um parapsychologische und okkulte Themen geht, und ob er auch ein paar Stimmenbeispiele von mir bringen darf. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn jemand meine Artikel übernimmt – so habe ich auch hier meine Erlaubnis erteilt.)

Ich vermutete zuerst, daß M. – aufgrund der Pressemeldung über den Mathematiker – nach „poincare“ gegoogelt hätte und dabei auf diese Seite gestoßen wäre. Jedoch hatte sie, wie sie mir antwortete, nach „Friedrich Jürgenson“ gegoogelt und sei so zu meinem Artikel auf www.poincare.de gekommen.

Auch dieses Beispiel zeigt wieder, daß innerhalb sehr kurzer Zeit aus vollkommen unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Quellen derselbe Begriff (Poincare) in Erscheinung tritt. In diesem Fall gibt es sogar noch einen weiteren Zusammenhang, denn M.s Freund und Forscherkollege J. ist ebenfalls Mathematiker. Er schreibt dazu:

Ja, das war wohl wieder synchronistisch. M. hat mir eben die ganze Geschichte erzählt und mich unter anderem nach der Poincaréschen Vermutung gefragt. Ihr war der Zusammenhang auch vollkommen unbekannt.

Poincaré war ein französischer Mathematiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts und richtungsweisend in vielen mathematischen und physikalischen Teilgebieten. Er war eindeutig Vorläufer und Mitbegründer der Chaostheorie und Begründer vieler himmelsmechanischer Berechnungsmethoden. Und als Mathematiker war er absolut genial. Auch einige wichtige Vorläuferarbeiten zur Relativitätstheorie Albert Einsteins gehen auf sein Schaffen zurück (z.B. die Idee einer frequenzabhängigen Zeitskala etc…) Die Poincarésche Vermutung, die er nicht beweisen konnte, bezieht sich auf die Beschaffenheit vierdimensionaler Oberflächen und ihre Topologie. Sie hat grosse Bedeutung in der Kosmologie, die sich das Universum bekanntlich als vierdimensionales Raum-Zeit Gebilde veranschaulicht. In diesem Sinn muss man den jetzt vorliegenden Beweis von Perlemann als wissenschaftliches Grossereignis werten.

Soll ich jetzt spekulieren ? Meine Meinung ist seit jeher, dass Synchronizitäten als Indikatoren wichtiger Ereignisse sozusagen begleitend auftreten. Dies gilt m.E. sowohl im Privatleben, als auch im gesellschaftlichen und historischen Kontext. Könnte es sein , dass bedeutende Geschehnisse sich nicht nur kausal fortpflanzen, sondern auch die akausale Komponente unseres Lebenskontextes zum „Schwingen“ bringen, wenn ich mich einmal so übertrieben „esoterisch“ äussern darf? 🙂 🙂 Das ist ja unter anderem auch die Grundidee des GCP* von Roger Nelson: Akausale Zusammenhänge werden durch emotionale Ereignisse sozusagen getriggert.

*) GCP = Global Conscoiusness Project

Meine Antwort:

Deine Vermutung, daß bedeutende Ereignisse Synchronizitäten triggern können, liegt in diesem Fall natürlich nahe. Allerdings ist mir das bisher nur in diesem einen Fall aufgefallen; bisher hatten Ereignisse, die an meinen Synchronizitätserlebnissen beteiligt waren, keine größere oder gar globale Bedeutung. Somit könnte es auch sein, daß in diesem Fall der Zeitungsbericht über den Mathematiker einfach nur „benutzt“ wurde, weil’s gerade paßte.

Andererseits könnte man natürlich auch überlegen, ob in dem Ganzen nicht noch eine weitergehende Bedeutung steckt. Interessant ist ja die Verbindung der beteiligten „Komponenten“ (siehe nachfolgende Skizze): Nicht nur der russische Mathematiker wurde „benutzt“, um diesen Fall von Synchronizität zu kreieren, sondern auch M., und durch ihre Verbindung zu Dir (der Du ja ebenfalls Mathematiker bist, wenn auch vielleicht nicht „hauptamtlich“), schließt sich der Kreis wieder… 🙂

M.s Antwort darauf:

Ich gehe nicht unbedingt davon aus, daß jede Synchronizität einen verborgenen Sinn in sich trägt. Manchmal drängt sich dieser Gedanke aber tatsächlich auf. Möglicherweise ist eine Synchronizität sogar hilfreich, wie C.G.Jung schrieb.

Gerade habe ich mir Deine Skizze nochmals angeschaut. Du als „Focus“, J. als „Verbindung“ zum Thema Mathematik. Das ist schon ein ganz schön komplexes Gebilde.

Interessant finde ich außerdem noch, daß die Information, die ich an Dich weiter gegeben habe, nicht gerade einen positiven Inhalt hatte. J. fand es wohl auch recht seltsam (milde ausgedrückt…), daß ich mich über diese URL so aufregen kann, und wollte sich mit der Thematik Crowley etc. eigentlich nicht näher beschäftigen. Meinerseits hat das „Thema Crowley“ einen negativen, privaten Hintergrund. Nichts, was mich direkt persönlich betrifft, eher im weiteren Umfeld. Daher sträuben sich bei mir die Haare, wenn ich etwas vom „Gesetz der Thelema“ lese. Für J. wurde das Ganze erst richtig interessant, als sich eine Synchronizität abzeichnete.

Nun könnte man versuchen (was ich für aussichtslos halte), diesem synchronistischen Ereignis eine Information abzugewinnen. Aber wo läge diese dann? In der Mathematik oder bei den Rosenkreuzern? 🙂

Die einzige „Information“, die ich sehe, besteht darin, daß Synchronizitäten möglich sind. Mich verblüfft jedoch wirklich, daß diese Synchronizität „um so viele Ecken geht“.

Interessant finde ich auch, daß das Photo von Perelman ein wenig an den J. ohne Brille erinnert. Mathematikerimage?? 🙂

Zum Vergleich: Links der russische Mathematiker Gregori Perelman, rechts J.:

Eine gewisse Ähnlichkeit ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen… 😉

„Singende Zellen“

03.01.2008

Eben habe ich wieder mal einen dieser „seltsamen Zufälle“ erlebt:

Gestern abend fand ich beim Durchsuchen meiner „Zettelablage“ eine von mir geschriebene handschriftliche Notiz über einen kurzen Beitrag auf WDR5 vom 14.03.2002, in der es um die Forschungen eines Dr. Florian Dombois ging, der die Aufzeichnungen seismischer Daten bei Erdbeben und Kontinentaldrifts durch Vervielfachen der Frequenz hörbar gemacht hat, was sich sehr interessant anhörte (eine seltsame „Musik der Erde“). Wie gesagt, gestern fand ich den Zettel wieder und „googelte“ daraufhin ein bißchen zu dem Thema, hörte mir Soundbeispiele an (leider habe ich nicht mehr die schönen Klänge aus der Radiosendung gefunden) und stieß darüber auch auf das Thema „Sonifikation“, also das Hörbarmachen von Meßdaten, und in diesem Zusammenhang auch auf die Seiten http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0406/30-singende-zellen/index.xml und http://www.darksideofcell.info/ zum Thema „tönende Zellen“.

Heute vormittag dann sah ich – wie fast jeden Morgen – den heise-Newsticker durch und fand dabei im Forum zum Artikel Elektrische Auffälligkeiten bei Tumorzellen folgenden Eintrag eines Lesers:

3. Januar 2008 10:08
Gab es sowas ähnliches nicht schonmal?
RoboCop of n00b, Robo.Cop@gmx.net (376 Beiträge seit 24.05.01)

Ich erinnere mich an einen Artikel über den „Ton“ von Körperzellen. Da wurde irgendwie die Schwingung der Zellen gemessen und festgestellt, dass gesunde Zellen harmonisch und eher langsam schwingen und Tumorzellen wild und kreischend. (oder so ähnlich)

Update: Hab gerade ein paar Links ergooglet:

http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0406/30-singende-zellen/index.xml
http://www.darksideofcell.info/

Grüße
-mARKUS

Seltsam – das sind (unter anderem) genau die Seiten, die ich erst wenige Stunden zuvor über einen ganz anderen Weg gefunden hatte…

„R2D2“

12.03.2008

Morgens stellt Frank Sumption in seiner Yahoo-Group Audiobeispiele seines neuen Sprachchips „SpeakJet“ vor, den er mit Zufallsimpulsen ansteuert, um ein Kauderwelsch zu erzeugen, das sich als Hintergrundgeräusch zur Einspielung von Tonbandstimmen eignen soll. Er bemerkt dazu scherzhaft:

R2D2 on LSD!

Da ich nicht wußte, was „R2D2“ bedeutete, googelte ich danach und fand heraus, daß es sich um einen Spielzeug-Roboter handelt:

Abends prüfe ich wie jeden Tag die Referrer-Liste, um zu sehen, von wo aus zu meinen Seiten verlinkt wird. In der Referrer-Liste zu meiner Website www.tonbandstimmen.de finde ich die URL eines Forenbeitrages, in dem es um Tonbandstimmen geht:

http://www.geister-welt.de/forum/wbb2/thread.php?threadid=794&sid=885bdd8d7374c975febc146e27d41c06

Beim Herunterscrollen fällt mein Blick automatisch auf den Begriff R2D2:

Ja also die stimmen sind schon krass.. Im großen und ganzen ist es zwar nen bissel schwirig da was rauszuhören, weil es ein wenig nach R2D2 klingt (also ich nehme mal an durch die aufnahmen) aber ist schon recht schaurig.!

„Vico Torriani“

13.07.2008

Seit ca. 30 Jahren habe ich einige Schellack-Platten mit Schlagern aus den 50er Jahren. Diese hatte mein Vater damals – vermutlich von einem Kollegen – mit nach Hause gebracht. Ich hatte die Platten früher öfters auf einem alten Dual-Plattenspieler angehört, der noch eine Einstellung für 78 Umdrehungen pro Minute besaß. Mein aktueller Plattenspieler (der auch schon 25 Jahre auf dem Buckel hat) läßt sich nur zwischen 33 und 45 Upm einstellen. Um die alten Platten trotzdem in Originalgeschwindigkeit anhören zu können, nahm ich sie an diesem Tag mit 45 Upm auf Cassette auf, überspielte diese in den Computer und änderte dort die Geschwindigkeit so, daß sie 78 Upm entsprach. Dadurch klangen sie wieder wie im Original. In Internet recherchierte ich dann zu den Interpreten. Einer davon hieß Vico Torriani, ein Schweizer, der von 1920 bis 1998 lebte. (Unglaublich eigentlich – schon damals dachte ich, ein Sänger, der noch auf Schellack-Platte gesungen hat, wäre schon längst tot – dabei hatte er noch bis vor 10 Jahren gelebt…). Die Stücke auf den Platten waren von 1955 und 1956. (Auch dies wunderte mich, denn ich dachte bisher, zu dieser Zeit hätte es schon die späteren Vinyl-Platten mit 33 und 45 Upm gegeben.)

14.07.2008

Abends vor dem Fernseher blieb ich beim „Zappen“ bei einem Beitrag über die 1930 geborene ehemalige deutsche Schlagersängerin und Schauspielerin Leila Negra (bürgerlicher Name Marie Nejar) hängen. Darin hieß es, sie hätte nicht nur zusammen mit Peter Alexander gesungen, sondern auch mit Vico Torriani (wie auf einem Veranstaltungsplakat aus den 50er Jahren zu sehen war).

Der Name Vico Torriani begegnete mir also auch hier im Abstand von nur 1 Tag auf zwei völlig verschiedenen Wegen. Daß es sich bei dem Sänger auf den beiden Schellack-Platten um Vico Torriani handelte, war mir bis jetzt jedenfalls nicht bewußt gewesen.

Dreifach-Synchronizität

31.07.2018

Dieses Jahr dauert die Hitzeperiode ungewöhnlich lange. In einigen Teilen Deutschlands hat es seit April kaum geregnet und die Ernten vertrocknen auf den Feldern. Seit dieser Woche fallen auch die Nachttemperaturen kaum unter 20°C, so dass auch meine Wohnung kaum noch abkühlt und sich die Innentemperatur der 26°-Marke nähern. Am 03.08.2018 schrieb ich an Frank u.a.:

In mehr oder weniger direktem/indirekten Zusammenhang mit der Hitze hatte ich gestern auch noch drei voneinander unabhängige, aber doch ineinander verwobene lustige kleine Synchronizitätserlebnisse – dieses Thema hatten wir ja kürzlich (war’s beim Bewusst-Treff oder bei unserem Telefonat vom letzten Mittwoch? – k.A.). Sowas erscheint mir jedesmal immmer wie ein „Wink des Universums mit dem Zaunpfahl“, dass wir als doch alle irgendwie in eine größere Ordnung eingebunden sind. Dass es gleich 3 solcher Geschichten an einem Tag sind, hatte ich allerdings noch nie. Falls Du gerade Lust und Zeit zum Lesen hast – siehe Anhang. 🙂

1. „Heumilch“

Teil 1: Mittagspause. Da es in der Kantine nichts Vernünftiges gibt, mache ich mir eine Dose Linsen-Eintopf in der Küche warm. Es ist das erste Mal seit dem Umzug in diese Räumlichkeiten, dass ich auf meine „Notreserven“ zurückgreifen muss und hier esse. Mein Chef, der immer hier zu Mittag isst, bietet mir einen Joghurt an: „Zitrone oder Heumilch?“ Heumilch? Ich muss wie ein Auto geguckt haben, denn diesen Begriff hatte ich noch nie zuvor gehört. „Na, Milch von Kühen, die statt Silage Heu zu fressen bekommen.“ – „Ach so, wie bei der Butter aus Irland…“ – „Ja genau, von glücklichen Kühen…“

Teil 2: Da ich wegen der momentanen Hitze zu Hause kein Brot backen möchte, fahre ich abends nach Feierabend noch zum örtlichen Aldi, um dort am Backautomaten ein paar Körnerbrötchen zu kaufen. Käse könnte ich auch noch gebrauchen, denke ich. An der Kühltheke fällt mein Blick auf „quietschbunte“ Käseecken, die ich noch nie zuvor dort gesehen hatte. Was ist denn das, frage ich mich, und schaue auf das Etikett am Regal. Dort ist zu lesen: Heumilch-Käse…

Schon seltsam, zweimal am Tag auf einen Begriff zu stoßen, den ich bis dahin noch nicht gehört hatte.

2. „Zu warm für Ventilator“

Teil 1: Lese morgens gegen 9 Uhr einen Online-Artikel, in dem geraten wird, auch bei großer Hitze keinen Ventilator zu benutzen:

Steigen die Temperaturen nämlich auf 35 Grad und mehr, kann der Körper durch den Luftstrom nicht mehr abkühlen. Ganz im Gegenteil: Durch die zugeführte warme Luft droht der Körper sogar zu überhitzen, wie britische Forscher in der Cochrane-Analyse warnen.

Quelle: Hitze im Büro: Deshalb sollten Sie nie Ventilatoren nutzen

So ein Quatsch, denke ich. Ein Ventilator hat mich noch nie überhitzt – im Gegenteil: Ohne Ventilator würde ich „sterben“. Daher habe ich auch immer ein Stück Pappe im Rücksack, um mir z.B. in warmen öffentlichen Verkehrsmitteln Luft zufächern zu können. Hake das als Besserwisserei sogenannter „Experten“ ab.

Teil 2: 15:30 Uhr, Feierabend. Draußen sind es über 30 Grad. Der erste Bus war schon ausgefallen (hatte der Busfahrer vielleicht einen Hitzschlag?). Der nächste Bus kommt 20 Minuten später. Ich steige ein und laufe förmlich gegen eine Wand aus heißer Luft. WTF, denke ich, hat der Busfahrer statt der Klimaanlage etwa die Heizung angemacht? Die gefühlte Innentemperatur beträgt mindestens 50°C. Selbst die Haltestangen sind so heiß, dass man sie kaum anfassen kann. So einen extrem heißen Bus habe ich bisher noch nicht erlebt. Ich setze mich, packe meine Pappe aus und will mir damit wie üblich Luft zufächern. WTF?! Das kühlt ja überhaupt nicht – im Gegenteil, die zugefächerte Luft ist heiß wie bei einem Fön! Ohne Fächern ist es erträglicher. So etwas habe ich bisher noch nie erlebt. – Jetzt fällt mir der Online-Artikel von heute morgen ein, wo genau das gesagt wurde…

3. „Die Bahn fährt mir vor der Nase weg“

Teil 1: In der Nacht, kurz vor dem Aufwachen, hatte ich einen Traum: Ich bin auf dem Weg zur Bahn. Ich sehe auf die Uhr – habe noch genügend Zeit, brauche mich also nicht zu hetzen. Es ist das erste Mal, dass ich diesen Weg zur Haltestelle gehe. Der Weg zieht sich – ist doch weiter als gedacht. Ich beschleunige meine Schritte; überhole andere, die auch auf dem Weg zur Bahn sind; denke noch, warum lassen die sich soviel Zeit, es sind ja nur noch 2 Minuten bis zur Abfahrt. Fange an zu rennen, die Zeit wird knapp und ich will nicht 20 Minuten am Bahnsteig rumstehen. Bin schon auf der Treppe und höre die Bahn kommen. Bin fast da, die Türen gehen auf. Bis zum Bahnsteig sind es noch 10 Meter. Ich winke, jemand solle die Tür aufhalten – aber zu spät, noch bevor ich an der Tür ankomme, schließt sie sich schon wieder – da hilft auch kein Betätigen des Knopfes mehr. Die Bahn fährt ab, und ich trete fluchend und voller Wut gegen die Bahn. Dann wache ich auf und ärgere mich, dass ich mit einem Gefühl der Wut aufwache. Ich hätte doch lieber einen angenehmen Traum gehabt… 😉

Teil 2 (Fortsetzung von „Zu warm für Ventilator“, Teil 2): Nach 10 Minuten Fahrt erreicht der überhitzte Bus Aschheim. Ich beschließe auszusteigen und zu Fuß bis zur nächsten Haltestelle zu gehen, wo ich in einen anderen Bus umsteigen muss. Die Außentemperatur von 32 Grad empfinde ich als „angenehm kühl“. Ich schaue auf die Uhr – habe noch genügend Zeit. Der Weg zieht sich – ich sehe auf die Uhr: Hmm, könnte knapp werden. Ich gehe schneller – da fällt mir der Traum von letzter Nacht ein, in dem ich mich in derselben Situation befand: Auf einem mir bisher unbekannten Fußweg zu einer Haltestelle, und die Zeit wird knapp… Im Unterschied zum (präkognitiven?) Traum erreiche ich die Haltestelle aber gerade noch rechtzeitig; der Bus trifft nur wenige Augenblicke nach mir an der Haltestelle ein.

Nachdem ich Frank den o.g. Bericht gemailt hatte, schrieb er mir noch am selben Tag zurück:

Is ja putzig Stefan. War eben in der Schützenstraße am HBf zum Essen inner Dönerbude. Dann noch Appetit auf Ayran. Hmmm 1,30! … Neee dann hol ich mir einen im REWE. Im REWE denk‘ ich …ne Fruchtbuttermilch wäre auch lecker … verdammt wo ist die nur? Das einzige, was mir hier aufällt ist „Heumilch“ … Wat soll dit denn sinn? Ach ja … da ist ja die Buttermlich. Lecker.

Zurück im Büro sehe ich deine email und das erste Wort ist … „Heumilch

Meine Antwort:

Cool, eine auf mehrere Personen verteilte Synchronizität – das gibt der „Heumilch-Synchronizität“ nochmal eine ganz neue Dimension! 🙂

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