„Bin ich wirklich Christ?“

„Bin ich wirklich Christ?“

Gott antwortet mir mit Hilfe eines Textes aus einem Buch.

Als ich damit begann, mich regelmäßiger mit der Bibel zu befassen, fiel mir auf, dass Gott „Sein Wort“ anscheinend gerne dazu benutzt, um mir Zeichen und konkrete Antworten auf Fragen zu geben. Zum Übersichtsartikel…

Montag, 25. November 2019

Vorgestern (Samstag, 23.11.2019) schrieb ich den Blog-Eintrag „Mein Dilemma“ mit der Frage: Bin ich wirklich Christ? Darin hatte ich angesichts bisher ausgebliebener Erlebnisse bzw. gefühlsmäßiger Erfahrungen die Echtheit meiner Bekehrung hinterfragt. Gleich am nächsten Tag (Sonntag, 24.11.2019) stieß ich in einer PDF-Broschüre auf die fast gleichlautende Frage: „Wie kann man also Gewissheit bekommen, dass man wirklich Christ ist? Das ließ mich sofort aufhorchen, denn solche „Koinzidenzen“ treten in letzter Zeit auffällig häufig auf, bisher allerdings hauptsächlich im Zusammenhang mit Bibelversen. Ich deute so etwas dann immer als ein „Zeichen von Gott“; anscheinend ist das die Art, wie er zu mir „redet“. Für sein direktes Reden („hörendes Gebet“, „Eindrücke“, usw.) bin ich wohl nicht empfänglich genug, also benutzt er äußere Umstände (meist Bibelverse, Textstellen oder Begriffe, die mir kurz hintereinander auf unterschiedlichen Wegen mehrfach begegnen), um auf sich aufmerksam zu machen oder mir etwas mitzuteilen.

Auch wie ich auf diese PDF-Broschüre gestoßen war, kann ich rückblickend nur als Führung bezeichnen: Einen Tag, bevor ich den genannten Blog-Eintrag geschrieben hatte, also am Freitag, den 22.11.2019, war ich abends beim Agape-Gottesdienst gewesen (die Predigt von Siegfried Scherer war übrigens toll und auch der Lobpreis war diesmal sehr schön). Anschließend hatte es einen kleinen Bücherflohmarkt gegeben, bei dem jeder, der wollte, seine alten Bücher loswerden konnte. Was einen interessierte, konnte man kostenlos mitnehmen. Ich war erst relativ spät dort und viele der Büchertische waren schon „abgegrast“ worden. Auf dem letzten Tisch lagen nur noch wenige Bücher und ein paar kleine Heftchen, für die sich offenbar niemand interessiert hatte. Mir fielen sie sofort auf und ich nahm sie mit. Es handelte sich um vier Ausgaben der neunteiligen Serie „Mitteilbare Konzepte“ von Bill Bright aus dem Jahr 1971.

Sie trugen Titel wie:

  • Gottes Liebe und Vergebung – Wie erfährt man das? (Nr. 2)
  • Erfüllt vom Heiligen Geist – Wie erfährt man das? (Nr. 3)
  • Mitarbeit am Missionsauftrag – Wie macht man das? (Nr. 7)
  • Andere durch Glauben lieben – Wie lernt man das? (Nr. 8)

Alles Themen, die mich gerade beschäftigen oder die mich ansprachen. Vertrieben wurden die Heftchen vom Hänssler-Verlag in Stuttgart und herausgegeben von „Campus Crusade for Christ (Campus für Christus)“ in Freiburg. Hinten in jedem Heft waren alle 9 Titel dieser Serie angegeben, und auch die übrigen 5 Titel klangen recht interessant:

  • Gewissheit im Glauben – Wie erfährt man das? (Nr. 1)
  • Beständiges Leben im Heiligen Geist – Wie lernt man das? (Nr. 4)
  • Wirksames Zeugnis – Wie macht man das? (Nr. 5)
  • Andere zu Jesus führen – Wie macht man das? (Nr. 6)
  • Wirksames Gebet – Wie lernt man das? (Nr. 9)

Mich interessierte, ob diese Titel auch heute, 48 Jahre später, noch erhältlich waren. Ich warf daher gestern (Sonntag, 24.11.2019) Google an und fand auf der Website des immer noch existierenden „Campus für Christus“ tatsächlich alle neun Ausgaben der Heft-Serie „Mitteilbare Konzepte“ als PDF-Dateien zum Herunterladen. Gestern abend begann ich mit dem Lesen der Ausgabe Nr. 1 mit dem Titel „Gewissheit im Glauben – Wie erfährt man das?“, und darin ging es um genau dieselben Fragen, die ich mir am Tag zuvor in oben genanntem Blog-Eintrag gestellt hatte. Unter anderem ging es darum, welche Rolle eigentlich Gefühle bei der Beziehung zu Gott spielen. Im Abschnitt „Gefühle können täuschen“ heißt es z.B.:

Das Ausstrecken nach gefühlsmäßigen Erfahrungen steht also im direkten Widerspruch zu dem, was Gott gefällt. Glaube ist ein anderes Wort für Vertrauen, und unser Glaube muss sich auf die Person Gottes und auf sein Wort stützen, nicht auf unsere Gefühle.

Die Erklärung befriedigt mich allerdings nicht so ganz, denn meiner Ansicht nach sollte Glaube schon irgendwann auch zu konkreter und nachprüfbarer Erfahrung führen; vor allem, wenn ich sehe, wie solche intensiven, persönlichen Erfahrungen mit Gott einen Menschen verändern können und welches Potenzial dadurch in ihnen freigesetzt wird.

Weiter heißt es im Heft:

Häufig kann man Berichte von begeisterten Christen hören, die von einer dramatischen Erfahrung erzählen, als sie Christus begegnet sind. Sie wurden entweder von tiefer Unmoral oder irgendeinem anderen großen Problem geheilt. Ihre Aussagen werden durch die Tatsache eines völlig veränderten Lebens bestätigt. Auf der anderen Seite gibt es viele, die – wie auch ich – in ihrem Zimmer, in der freien Natur, in einer Kirche oder irgendwo anders still niederknieten und Christus ohne jede dramatische Gefühlserfahrung ihr Leben anvertraut haben.

Offenbar sind solche „Highlight-Erfahrungen“ zwar möglich, aber nicht die Regel. Dummerweise werden aber fast ausschließlich genau solche herausragenden Geschichten immer wieder gebracht, z.B. bei „ERF MenschGott“, „ERFplus Glaube – erlebt, gelebt“ und anderen Formaten, so dass der Eindruck entsteht, als sei das die Normalität. Auffällig ist auch, dass es sich dabei fast durchweg um Menschen mit „Extrem-Biographien“ handelt, in denen ich mich selbst eigentlich nie „wiederfinden“ kann. Das hat in mir schon die Frage aufgeworfen, ob man vielleicht erst ganz „am Boden zerstört“ sein muss, damit sich einem Gott oder Jesus auf eine besondere und meist emotional sehr berührende Weise „zeigt“, und die dann auch über jeden eventuellen Zweifel erhaben ist. Vielleicht ist es aber auch so, dass jemand, dem es besonders schlecht geht, eher den Unterschied bemerkt. Wer z.B. in seinem Leben nie Liebe oder Frieden erfahren hat und dies auf einmal durch Jesus erfährt, erlebt diesen Unterschied zu vorher vielleicht besonders intensiv und emotional, während jemand, der ein ausgeglichenes Leben ohne besondere Höhen und Tiefen führt, diesen Unterschied nicht so intensiv erlebt. Das ist allerdings nur Spekulation, denn persönlich glaube ich, dass die Liebe und der Frieden Gottes so unfassbar groß sind, dass es jegliches menschliches Begriffsvermögen übersteigt. Ich habe mich jedenfalls nicht damit abgefunden und werde es hoffentlich auch nie, mich mit dem Status quo zufriedenzugeben und von Gott nicht mehr zu erwarten – im Gegenteil: ich erwarte noch viel mehr von ihm!

Um nochmal zum Eingangsthema zurückzukommen:

  • Am Freitag fand ich beim Bücherflohmarkt die vier Heftchen der Serie „Mitteilbare Konzepte“.
  • Am Samstag schrieb ich den Blog-Artikel „Mein Dilemma“ mit der Frage: Bin ich wirklich Christ?.
  • Am Sonntag googelte ich nach den übrigen Ausgaben der Heftserie „Mitteilbare Konzepte“ und fand in Heft Nr. 1 Antworten auf genau die Frage: „Wie kann man also Gewissheit bekommen, dass man wirklich Christ ist?.

Wenn es wirklich Gott war, der mir auf diese Weise „geantwortet“ hat, dann muss er das alles so „arrangiert“ haben, dass ich schon einen Tag, bevor ich meine Frage schriftlich ausformuliert hatte, auf diese Heftserie stoßen würde (die anscheinend niemand sonst haben wollte – als ob er sie speziell für mich „reserviert“ hätte), damit ich einen Tag danach in der heruntergeladenen Ausgabe Nr. 1 dieser Serie die fast wortgleiche Frage und die dazugehörige Antwort abgedruckt finde…

Auch wenn ich, wie gesagt, bis jetzt noch keins dieser beschriebenen emotional überwältigenden Erlebnisse mit Gott hatte, geben mir solche „Zeichen“ immerhin ein wenig Trost und Zuversicht, dass Gott mich trotzdem „sieht“, sich für mich interessiert und Anteil an meinem Leben nimmt.

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